Albert Abrams, ein Arzt (der übrigens auch in Deutschland studierte), begann in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts in den USA mit seiner Suche nach Alternativen in der Diagnostik. Es waren die Jahre, in denen auch Marie Curie und Wilhelm Conrad Röntgen "unsichtbare Strahlungen" untersuchten.

 

Näher an dieses Ziel kam Abrams, nachdem er in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts den ersten Apparat, der späteren Radionikgeräten ähnlich sah, seinen "Bio-Dynamometer" mit "Dynamisierer-Einheit" konstruiert hatte. Abrams stellte fest, dass sich der Klopfschall im Bauchbereich des Patienten veränderte, sobald eine pathologische Einstellung des Gerätes auf den Probanden gelenkt wurde. Sein Verfahren nannte er "ERA" (Electronic Reaction of Abrams), nicht etwa "Radionics".
Das "Bio-Dynamometer" hatte nur drei Einstellknöpfe. Und dennoch brachte Abrams binnen wenigen Jahren ein erstes "Raten-Verzeichnis" zustande.
Das Wort "Rate" hat nichts mit einem Teilzahlungsvertrag zu tun, sondern ist aus dem Englischen und bedeutet "Verhältnis"; gemeint ist dabei das Verhältnis der Einstellknöpfe zueinander. Wenn die Knöpfe z. B. bei "0-5-0" standen, so bedeutete das, dass bei einem elektrischen Widerstand von 50 Ohm zwischen Proband und Dynamisierer-Einheit (bei Klopfresonanz am Bauchbereich) leider festgestellt werden musste, dass der Patient an einem Krebsleiden erkrankt ist. Obwohl spätere Radioniker Geräte entwickelt haben, die teilweise ein Vielfaches der Regler des Bio-Dynamometers aufweisen, so sieht doch noch immer die Krebs-"Rate" bei fast allen englischen und amerikanischen Systemen gleich aus, z. B. auf einem 15-stelligen Copen-Apparat:  0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-5-0 (obwohl Technik und Funktionsweise vollkommen vollkommen von den ERA-Geräten abwich).

 

Der Preis übrigens, den Abrams zu zahlen hatte, war der Verlust seiner Reputation. Er wurde zunächst verlacht, später angefeindet, verleumdet und kaltgestellt – insofern haben sich die Zeiten nicht geändert:
Hardcore-Kritiker versuchen in der Neuzeit wieder immer unverhohlener, Radionik in die Nähe von Sekten, Quacksalberei, Betrug und Scharlatanerie zu rücken*.
Allerdings trug Abrams im fortgeschrittenen Alter, möglicherweise überfordert durch den starken Gegenwind seiner Berufskollegen und durch einen gewissen Stolz, selbst dazu bei.

 

Was ursprünglich aus nicht viel mehr als aus ein paar Potentiometern bestand, die in Reihe geschaltet waren, wurde für einen gelernten Elektroniker immer konfuser: Der Kreis der Potentiometer wurde per Kabel geschlossen, eine einfache Spule entstand so. Später wurden die Kabelführungen nach bestimmten ausgependelten oder intuitiv entdeckten Mustern weiter in sich gewendelt, so dass nicht nur der rein körperliche Bereich abgedeckt, sondern auch immer weiter in die höheren Sphären des Menschen vorgeschritten werden sollte. Aber auch Pflanzentinkturen konnten immer genauer gewertet und in Raten umgewandelt werden.
Schließlich wurde etwa Ende der Fünfziger Jahre die Möglichkeit entdeckt, eine Pflanzen- oder Organ-Rate einzustellen, um sie mit einer Zusatzeinheit an Reglern zu verstärken. Dieses Gerät hieß "Vibro-Energiser" und war, in seinen noch sehr eingeschränkten Möglichkeiten, der Urvater heutiger Ratengeneratoren. Es wurde von Prof. Copen und dem deutschen Arzt Dr. Lesser, der seine Praxis in England (High Wycombe, Buckinghamshire) betrieb, entwickelt (Copen teilte mir das in den 80er Jahren mit). Dennoch: In den bisherigen Ratensystemen gibt es immer nur (bestenfalls) runde 10.000 "Raten", bei denen dann "immer" genau jene fehlt (so empfindet es der Praktiker), die im ganz speziellen Fall sofort nötig gewesen wäre. - Und da setzt unser CodeCoder an.

 

Radionik wird vielfach mit reiner Fernbehandlung gleichgesetzt. Die Radionik von Abrams jedoch kannte noch keine Fernbehandlung. Es wurden lediglich "Muster" (Haare, Blutstropfen, Sekrete, Faeces usw.) des Patienten mit in den Messkreis geschaltet. Damit steht dieses Verfahren der D-Methode (EAV-Messverfahren) näher als das, was heute so unter Radionik läuft.
Erst Ruth Drown (USA) brachte in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts die Fernbehandlung ins Spiel. - Klar! Es funktioniert!

 

Übrigens hat moderne Radionik technisch nur noch wenig bis gar nichts mit den Abrams'schen ERA-Apparaturen zu tun. Sie muss sich daher auch nicht für die zweifellos von Albert Abrams gemachten Fehler in Sichtweise und Durchführung verantworten.

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*) Lobbyisten dieser Art (gelegentlich "Medizinisten" genannt) scheinen Plattformen wie Wikipedia regelrecht zu unterwandern: Dabei wird nicht selten typisches rhetorisches bzw. ideologisches (Propaganda-) Vokabular verwendet.